Die Giftbude auf der Lotseninsel Schleimünde

Die Giftbude auf der Lotseninsel Schleimünde
Die ganz besondere, kleine Gaswirtschaft: Giftbude auf der Lotseninsel Schleimünde.

Die ganz besondere, kleine Gaswirtschaft: Giftbude auf der Lotseninsel Schleimünde.

Die Lotseninsel Schleimünde markiert den Treffpunkt von Schlei und Ostsee. In Schleimünde gibt es einen kleinen Hafen für Sportboote, sowie den markanten, grün-weiß-gestreiften Leuchtturm, der seit 1872 den richtigen Weg in die Schlei zeigt.

Der ehemalige Schutzhafen und Stützpunkt der Schleilotsen ist schon seit Generationen Anlaufpunkt für die Wassersportler der Schlei und Ostsee.

Das 112 Hektar große Areal liegt nur 5 Meter über dem Meeresspiegel und beherbergt mit der Giftbude eine ganz besondere, kleine Gastwirtschaft.

Wer einmal auf der Lotseninsel gewesen ist, wohin man entweder mit einigen Ausflugsdampfern im Rahmen einer Tagestour oder eigenständig mit dem Segelboot, Kanu oder Kajak gelangen kann, weiß dieses Kleinod an der Schleimündung sehr zu schätzen.

Dieses Mündungsgebiet bietet eine besondere Landschaft, die durch Wind und Wellen im Laufe der Jahrhunderte einem kontinuierlichen Wandel ausgesetzt war.

Eine geführte Wanderung durch das sonst gesperrte Vogelschutzgebiet, ein erfrischendes Bad in der Ostsee und ein kühles Getränk in der Giftbude lassen den Besuch auf dieser kleinen, aber feinen Insel zu einem unvergesslichen Urlaubserlebnis werden.

An der Küs­te be­kannt ist die Gift­bu­de, nicht nur we­gen ih­res un­ge­wöhn­li­chen Na­mens. Die klei­ne Gast­stät­te spielt auf der Lot­sen­in­sel eine tra­gen­de Rol­le.

Eine Region zum Verlieben – Urlaub zwischen Schlei und Ostsee
Video Transkript

Logistik ist das größte Problem.
Hubschrauber wär gut.
Mal gucken, wie viele Gäste wir heute haben.
1000 Freunde braucht man, wenn man Hafenmeister ist.
Montag Morgen, 8 Uhr, in Maasholm.
Dienstbeginn für Ralf Huwe, dem Chef der Giftbude –
einem kleinen Restaurant auf der Lotseninsel an der Schlei.
Thomas müsste auf alle Fälle noch kommen,
damit wir unseren Hauptkoch haben, der wird gleich auftauchen.
Dann klappt das auch.
Kannst einmal abnehmen, bitte?
Zur Lotseninsel Schleimünde kommt man nur mit dem Boot.
Was Ralf Huwe und seine Kollegen benötigen,
müssen sie vom Festland mitnehmen.
Matjes, Bratheringe süß-sauer eingelegt,
und ein bisschen Notreserve für heute – Eisberg, Butter, Tomate.
Nur so ‘n bisschen Kleinkram.
Wir haben noch Brötchen in der Truhe,
die holt er, damit wir morgen lecker Brötchen haben.
Für die Touristen, die ja fleißig da sind im Moment.
Fliegende Brötchen. Ja.
Crew-Wechsel.
Koch Thomas Devich und die neuen Servicekräfte
fahren auf die Insel.
Die Kollegen vom Wochenende kehren mit dem Schiff zurück zum Festland.
Ich muss orgamäßig immer alles im Kopf haben,
was wir jetzt alles bedenken müssen.
Wir müssen die Ware vernünftig hinbekommen
und dann immer alles da haben.
Logistik ist das Nonplusultra.
Man kann nie ahnen, wie das Wetter wird.
Zwei Wochen war es richtig gut,
aber es ist nicht immer vorhersehbar im Norden.
Die Lotseninsel Schleimünde.
Ein kleines Eiland in Schleswig-Holstein.
Es liegt da, wo Schlei und Ostsee ineinander übergehen.
Das Markenzeichen: der kleine Leuchtturm.
Seit 1871 weist er den Weg in die Mündung.
Das ist der Müll von den letzten Tagen,
der wieder von der Insel runter muss und in Maasholm entsorgt wird.
Ralf Huwe und Thomas Devich kennen sich schon lange,
ihre Söhne sind befreundet.
Morgen.
Morgen.
Wir haben noch anderthalb Stunden, bevor wir aufmachen.
Dann muss alles vorbereitet sein für die Kundschaft.
Die Giftbude ist das einzige Restaurant auf der Insel.
Ich muss Hausfrauensoße für den Matjes vorbereiten.
Da brauchen wir immer ein bisschen mehr,
deshalb mache ich das im 10-Liter-Eimer.
Thomas Devich hatte 30 Jahre einen Landgasthof in Kappeln.
Er wollte sich eigentlich zur Ruhe setzen.
Ralf Huwe hatte andere Pläne.
Er kam letztes Jahr im Februar an und sagte:
“Mensch Thomas, bist du noch zu haben?”
Er hat er erzählt, wie toll das ist.
Aber der könnte einem Eskimo auch ‘nen Kühlschrank verkaufen.
Jetzt kocht Thomas im Sommer in der Giftbude.
Der Name kommt aus dem Plattdeutschen von “Dor gift dat noch wat”:
“Da gibt es noch was zu Essen”.
Eine kleine Marina, das Restaurant, ein Kiosk und das Lotsenhaus.
Mehr gibt es nicht auf der Insel.
Die Lotseninsel ist eine Halbinsel.
Ein Naturschutzgebiet ist die Verbindung zum Festland.
Doch die ist zum Schutz der Vögel gesperrt.
Bis 1980 waren hier Lotsen stationiert,
die Frachtschiffe an den Untiefen der Schlei vorbeiführten.
Dann rentierte sich das Geschäft nicht mehr.
Harald Schacht und sein Bruder Wilfried
sind hier die Hafenmeister.
Noch sind sie in Maasholm,
haben ein Problem mit dem Motor der “Inge 2”.
Der wollte gestern nicht laufen.
Kipp mal Wasser hier rein.
Der ist erst ein Jahr alt.
Der darf noch keine Mucken machen.

  • Tuckern *
    Wir müssen den Monteur kriegen, der muss sich das angucken.
    Denn ohne Schiff kommen die Brüder nicht auf die Lotseninsel
    und können ihren Job nicht machen.
    Der Schleikiosk und die Giftbude.
    Sie werden von den Schleswiger Werkstätten betrieben,
    einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung.
    Carsten Böge verkauft regelmäßig auf der Lotseninsel.
    Vieles.
    Eis, Bier, Softgetränke …
    … Klamotten.
    Das Ziel: die “Betreuten”, wie Ralf Huwe sie nennt,
    so weit wie möglich im realen Arbeitsleben zu integrieren.
    Ein Experiment auf der Insel.
    Die “Stadt Kappeln” ist der erste Dampfer, der mittags festmacht.
    Er hat fast 100 Passagiere an Bord, die auf die Insel strömen.
    Moin.
    Zwei helle Öl, bitte.
    Jo.
    Juliane Sebode ist die einzige Kapitänin auf einem Schleidampfer.
    Hast du ein bisschen Hartgeld für mich?
    Ja, was brauchst du? Was hast du? Einer, Zweier.
    Uns ist am Wochenende das Hartgeld ausgegangen.
    Heute morgen war es nicht möglich, bankmäßig was zu besorgen.
    Dann brauche ich meine lieben Kollegen von der Fährschifffahrt,
    die mit mir tauschen gegen Scheine.
    Das sind schon mal 40. Wie viel brauchst du?
    Ich hätte 100 hier. Ja, ich hab mehr.
    Reicht erst mal für heute. Alles klar.
    Die Lotseninsel ist gerade einen Hektar groß,
    so viel wie anderthalb Fußballfelder.
    Da wird es manchem schnell zu eng.
    Jetzt wird’s uns zu viel.
    Genau, wieder in die Stille.
    Gut.
    Massen auf der Insel, gähnende Leere in der Giftbude.
    Netto 25 Minuten, reicht nicht für ‘ne Currywurst.
    Die Currywurst ist so groß, dass sie es nicht schaffen.
    Die Gäste sind für Merchandising gut und für lecker Eis,
    aber es reicht nicht aus, um bei uns in Ruhe zu essen.
    Das ist der Renner hier auffe …
    … Insel.
    Currywurst.
    Eine einzige Bestellung: für Segler, die im Hafen liegen.
    Dann kehrt wieder Ruhe ein.
    ‘n paar Minuten, dann kommt das nächste Schiff.
    Da kommt die “Schlei Princess”.
    Die hat doppelt so viel Passagiere wie die “Stadt Kappeln”.
  • Tuten *
    Der Raddampfer hat besondere Gäste an Bord.
    Moin.
    Ja, wir müssen erst mal Geld einkassieren.
    Auf einem Schleidampfer sind die Hafenmeister
    noch nie zur Arbeit geschippert.
    Das sind die Liegegebühren für den Hafen.
    Die, die Harald jetzt einbuchen darf.
    Es gibt immer noch Probleme mit “Inge 2”, ihrem Boot in Maasholm.
    Wenn wir das wüssten, wären wir schon lange wieder dabei.
    Der wird zu warm, der Motor.
    Da muss ein Monteur kommen.
    Und der hat Urlaub, der Monteur.
    Eigentlich sind wir um halb drei hier.
    Wir fahren um zwei in Maasholm los, jetzt ist es viertel vor vier.
    Eigentlich fahren wir um 18, 18.30 wieder zurück.
    Und heute?
    Später.
    Nee.
    Ja, kann man laut sagen.
    Früher war Wilfried Schacht bei der Wasserschutzpolizei Hamburg.
    Seit zwei Jahren unterstützt er seinen Bruder.
    Er kontrolliert, ob jeder seinen Liegeplatz bezahlt hat.
    Da gucken wir nachher noch mal.
    Hallo, haben Sie schon Hafengeld bezahlt?
    Nein. Wollen Sie gleich bezahlen?
    Klar.
    Wie lang ist das Schiff? Neun Meter.
    Dann sind das 15 Euro, bitte.
    Einmal 5 Euro zurück.
    Und das Bändchen dazu. Danke schön. Gerne.
    In anderen Häfen kommt
    eine Plastikschale oder ein Papierbändsel dran.
    So wie an dem Schiff da.
    Wir machen das aus Wolle, weil das umweltverträglicher ist.
    Wir sind der einzige Hafen in der Ostsee, wo Wolle verwendet wird.
    Übernachten können hier nur Segler oder Kanufahrer,
    die ihren Schlafplatz mitbringen.
    Wir sind ein naturnaher Wanderplatz.
    Hier darf gezeltet werden für ein, zwei Tage.
    Dann wird nicht das Zelt abgerechnet, sondern die Person.
    Wir sind ja kein Campingplatz in dem Sinne.
    Wir nehmen für einen Erwachsenen 5 Euro und für ein Kind 1 Euro.
    Gut.
    Wichtig für die Brüder:
    Sie nehmen niemandem einen Job weg, denn davon leben können sie nicht.
    Aber ums Geld geht es ihnen auch nicht.
    Hallo, Ralf. Da biste ja wieder.
    Und läuft?
    Nee, Motor ist kaputt.
    Oh, nee.
    Wird zu heiß.
    Vielleicht fährst du uns mitm Schlauchboot.
    Harald freut sich schon.
    Harald Schacht war früher Berufssoldat bei der Marine.
    Du musst durchrutschen.
    Mit 48 ging er in Pension.
    Doch der Seebär braucht das Wasser und den Wind um die Nase.
    Ich feg gleich durch.
    20 Jahre mache ich das jetzt.
    Aber mir gefällt das, für mich ist das ‘ne andere Welt.
    Wenn ich in Maasholm ins Schiff steig, bin ich ‘n anderer Mensch.
    Wenn ich dann hier bin, ist alles anders.
    Das ist das Schöne, sonst würde ich das nicht machen.
    Nö, ist gut.
    Er hat viele Betreiber der Giftbude erlebt.
    Auch einen, der Algen-Gerichte im Angebot hatte.
    Einen alten Segler erzieht man nicht mehr um.
    Wenn die draußen den ganzen Tag segeln, haben sie Hunger.
    Dann wollen sie einen Berg Pommes mit ‘ner Wurst.
    Die wollen kein Gourmet.
    Dann fahren sie nach Kappeln oder sonstwo hin.
    Das ist so harmonisch, und wir sind so ein Team hier.
    Jonathan Kleingarn hat in Schleswig im Hotel Alter Kreisbahnhof gelernt,
    kennt Ralf Huwe von seiner Ausbildung.
    In diesem Sommer arbeitet er
    mit seiner Freundin Caroline True, einer Engländerin.
    Sie haben sich vor einem Jahr auf einem Kreuzfahrtschiff kennengelernt.
    Ich bin ausgebildete Musicaldarstellerin.
    Normalerweise singe und tanze ich auf AIDA-Kreuzfahrtschiffen.
    In diesem Sommer ist durch Corona alles anders.
    Also arbeite ich in der Küche und genieße den Sommer.
    Einsame Insel statt weite Welt.
    Aufm Kreuzfahrtschiff ist alles hektisch.
    Man ist jeden Tag
    in einer anderen Stadt, in einem anderen Land zum Teil.
    Und in der Zeit hier kann man auch mal über Sachen nachdenken,
    die passiert sind, Erfahrungen, die man gemacht hat.
    Man hat Zeit, nachzudenken und alles weitere zu planen.
    Die Zeit gibt einem dieser Platz.
    Deswegen schätze ich das auch so sehr.
  • Meeresrauschen und Möwenschreie *
    19 Uhr: Feierabend.
    Für die Hafenmeister geht’s zurück nach Maasholm.
    Das erste Mal im Schlauchboot.
    Wie soll ich denn da einsteigen? Das kriegst du schon hin.
    Genau rein!
    Hast du Paddel mit? Jaha.
    Wie sie morgen auf die Insel kommen, wissen sie noch nicht.
    Wenn alle Segler mit Essen versorgt sind,
    haben Jonathan und Caroline endlich ein bisschen Zeit für sich.
    Ich bin auf dem Schiff zu einer Party gegangen,
    und da habe ich Jonathan gesehen.
    Es war Liebe auf den ersten Blick.
    Schon am nächsten Tag habe ich allen erzählt,
    dass das der Mann ist, den ich mal heiraten werde.
    Erst mal muss man sagen:
    Durch Corona haben wir uns fünf Monate nicht sehen können.
    Dadurch ist das ‘ne Riesenumstellung.
    Eine positive Umstellung von 0 auf 100
    und jeden Tag zusammen arbeiten.
    Am allermeisten an diesem Projekt, am Zusammenarbeiten genießen wir,
    dass wir so viel Zeit miteinander verbringen können.
    Wir können Monate aufholen.
    Das das ist für mich, für uns, das Beste an diesem hier.
    Keine Spur von Inselkoller.
    Ganz im Gegenteil.
    So wie sie können nur wenige die Lotseninsel erleben.
    Höchstens die Segler, die über Nacht im Hafen festmachen.
    Der kleine Traditionshafen
    bietet Platz für 40 Segelboote und ihre Gäste.
    Noch ist er ein Geheimtipp.
    Ja, hallo.
    Ja! Ja, wir kommen.
    Unsere Ware ist da, wir müssen nach Maasholm.
    Dann packen wir die ganze Ware ein, die wir heute brauchen.
    Heute kommt die “Wappen von Schleswig”,
    da gibt es Einiges zu tun.
    Der Ausflugsdampfer “Wappen von Schleswig”
    macht für zwei Stunden auf der Lotseninsel fest.
    Gut für Ralf Huwe und seine Giftbude.
    Denn so haben die Passagiere Zeit zu essen.
    Die Ware liefert ein Großhändler – aber nur bis Maasholm.
    Dann muss der 53-Jährige selbst anpacken.
    Ralf Huwe hat früher
    als Versicherungsvertreter und im Vertrieb gearbeitet.
    Vor ein paar Jahren
    wechselte er als Projektleiter zu den Schleswiger Werkstätten.
    Das Projekt, was wir da haben, da gehört eben alles dazu.
    Die ganze Ware, die rauf muss, muss wieder runter, nachher mit Müll.
    Und Logistik ist das größte Problem.
    Hubschrauber wäre gut.
    Hubschraubereinsatz.
    Birte, wir fahren los in Maasholm.
    Seht zu, dass ihr alle runter kommt.
    Wir haben echt viel Ware mit, ich brauche euch alle.
    Trotz Stress:
    Ralf Huwe möchte seinen Arbeitsplatz um nichts in der Welt tauschen.
    Ich bin hier groß geworden, in Schleswig geboren.
    In Rabel ist mein Elternhaus, das ist hinter Maasholm.
    Es ist einfach Heimat.
    Es ist wunderschön hier oben.
    Letzte Ecke oben rechts, sage ich immer, danach gleich Dänemark.
    “Heimat” ist der Begriff dafür.
    Er war schon als Kind auf der Lotseninsel,
    hat mit Freunden gecampt und mit den Seglern Karten gespielt.
    Avanti, avanti.
    Giftbude und Lotsenhaus gehören heute einer Stiftung.
    Diese übernahm die Gebäude nach den Lotsen
    und verpachtete sie an die Schleswiger Werkstätten.
    Heute Mittag kommt die “Wappen von Schleswig”.
    Das sind je nachdem zwischen 30 und 60 Personen.
    Und davon … essen denn so 20 bis 50 Leute.
    Und heute ist Ware gekommen, die am Wochenende verbraucht wurde.
    Müssen wir die Kühlschränke wieder auffüllen.
    Bis zu dreimal täglich machen Ausflugsdampfer in der Saison
    auf der Insel fest und bringen potentielle Kunden.
    Stilles oder mit Kohlensäure?
    Mit ein bisschen Kohlensäure. Gerne.
    Für Jonathan Kleingarn ist das die stressigste Zeit.
    Ja, es macht Spaß.
    Ich freue mich immer, wenn er mit einem neuen Bon kommt.
    Carsten, bringst du es weg?
    Alles? Alles, ja.
    Gestern im Kiosk, heute im Service.
    Carsten Böge ist gern auf der Insel.
    Von Betreuten wie ihm hängt es ab, ob die Schleswiger Werkstätten
    die Giftbude weiter betreiben, genügend Personal haben.
    Sein Fazit:
    Gut.
    Und das Beste?
    Das Feeling.
    Ralf Huwe ist im Sommer fast nonstop auf der Insel,
    schläft im ehemaligen Lotsenhaus.
    Und? Lecker?
    Ja, aber zu viel.
    Ja, wir brauchen noch ‘nen Seniorenteller. Jaja.
    Bratkartoffeln mit Brathering.
    Neben Currywurst Pommes der Renner auf der Insel.
    Heute ist Harald Schacht pünktlich.
    Auch wenn das eigene Boot immer noch kaputt ist.
    1000 Freunde muss man haben, wenn man Hafenmeister ist.
    Da ist von meiner Schwester der Abschnittsgefährte.
    Lebensabschnittsgefährte.
    Ihr habt gedacht, ich komme nicht mehr.
    Ich habe auch meine Tochter zur Verstärkung mitgebracht.
    Aber sein Bruder fehlt.
    Der hat sich die Haxen verdreht.
    Der ist heute beim Arzt gewesen.
    Immer.
    Wir sind immer mit, wenn Not am Mann ist.
    Genau – wenn gebraucht wird.
    Papa unterstützen.
    Seine Tochter ist regelmäßig hier – bei Bedarf mehrmals die Woche.
    Hallo.
    Du bist ja auch wieder da.
    Aber nur bis Freitag.
    Aber immerhin hier.
    Ja. Klasse.
    Moin.
    Ich hätte gerne ein Häkelband. Hört sich gut an.
    Wie lang ist das Schiff? 7,60 m.
    Dann sind das 10 Euro, bitte.
    Einmal bitte eintragen. Ja.
    Das bringt mir so viel Spaß hier.
    Man kennt schon einige Segler,
    und ich weiß, wie das so ‘n bisschen läuft.
    Erst mal alles anmachen, dann ist Kaffeekochen immer wichtig.
    Und dann Kaffee und Kuchen.
    Am Abend hat Caroline ihren großen Auftritt, darf endlich wieder singen.
    Es ist aufregend, sich auf eine Aufführung vorzubereiten
    und das Make-up aufzutragen.
    Und das im schönsten Sonnenlicht – echt aufregend.
    Okay, how do we do this?
    Something ist going very wrong.
    ♪ Rockige Musik ♪
    ♪ I saw him dancing there by the record machine
    I knew he must a been about seventeen ♪
    Soundcheck vor traumhafter Kulisse.
    Is that too loud?
    No. Good.
    Koch Thomas Devich hat zum Konzert frischen Fisch bestellt.
    Hi Skipper. Na Thomas.
    Es gibt Dorsch.
    Die kommen jetzt von der Ostsee.
    Ich habe etwa zehn Seemeilen vor Schleimünde gefischt.
    Wo genau, ist Betriebsgeheimnis.
    Irgendwo Richtung Bargenkorb, die Richtung.
    Frische Dorsche.
    Heute hat Thomas Devich Glück.
    Der Fischer war erfolgreich und hat genügend gefangen.
    Das ist nicht immer so.
    Fisch ist fast teurer wie Fleisch.
    Die Zeiten haben wir gehabt, wo du gesagt hast: Fisch ist billig.
    Guten Abend, liebe Gäste.
    I’m Caroline, I’m from London, England.
    I’ll be singing a few songs for you tonight.
    So please enjoy.
    ♪ Honey honey, how he thrills me, a-ha, honey honey
    Honey honey, nearly kills me, a-ha, honey honey
    I heard about him before
    I wanted to know some more
    And now I know what they mean ♪
    Moin.
    Ich wollte neun Brötchen für morgen bestellen.
    Drei einfache, drei Körner, drei Dinkel?
    ♪ Honey, honey, let me feel it ♪
    Ich bin dabei, obwohl ich irgendwie nicht dabei bin.
    Zwischen 8 und 9 können Sie die Brötchen hier abholen.
    Alles klar. Danke.
    ♪ And now I’m about to see what you mean to me ♪
    Gänsehaut. Einfach nur Gänsehaut.
    Wenn ich sie höre: Gänsehaut.
    ♪ Hallelujah, hallelujah ♪
    Am nächsten Morgen heißt es: Abschied nehmen.
    Jetzt geht’s auf nach England.
    Jetzt geht’s in Urlaub für uns.
    Zwei Wochen verreisen wir und freuen uns tierisch drauf,
    auch mal Urlaub von der Insel zu haben, zu bekommen.
    Fast drei Monate waren die beiden auf der Lotseninsel Schleimünde.
    Die Saison ist fast zu Ende.
    Ohne ihre Unterstützung hätte Ralf Huwe das alles nicht geschafft.
    Bye. Tschüss.
    Das war ‘ne tolle Saison.
    Wir machen weiter.
    Das läuft auf alle Fälle mindestens zwei Jahre weiter mit uns,
    das ist schon dingfest.
    Auch Hafenmeister Harald Schacht und Bruder Wilfried
    sind im nächsten Jahr dabei.
    Und bringen frischen Wind auf die Lotseninsel.

Schlei­mün­des Ha­fen wur­de für vie­le Jahr­zehn­te als Not­ha­fen un­ter­hal­ten, in der in den 1920er Jah­ren ge­bau­ten Gift­bu­de wur­de Un­ter­kunft und Ver­pfle­gung be­reit ge­hal­ten. Auch wa­ren Schif­fer, die we­gen un­güns­ti­ger Wet­ter­la­gen die Schlei nicht ver­las­sen konn­ten oder Ar­bei­ter, die mit In­stand­set­zungs­ar­bei­ten auf der In­sel be­schäf­tigt wa­ren, re­gel­mä­ßi­ge Gäs­te. Heu­te sind es vor al­lem Was­ser­sport­ler und Ta­ges­gäs­te.

Der Förderverein Naturnaher Wasserwanderplatz Schleimünde e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Tradition dieses Hafens inmitten wunderschöner Natur weiterzuführen und damit einen Beitrag zur Förderung des Wassersports auf der Schlei und Ostsee zu leisten.

Foto Credits: Urheber=Joachim Müllerchen CC BY-SA 2.0 de File:Schleimuende1.jpg Created: 31 May 2004 Wikipedia

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